Der Traum des Feuers
Das Feuer träumte: Als eines Tages der Koch vergaß, den Ofen zu schließen, bin ich entkommen. Zuerst war ich nur ein kleines Fünkchen, doch dann wurde ich zur großen Flamme. Ich jagte durchs ganze Schloss. Alle hatten Angst vor mir. Ich war der Mächtigste. Da kam ich an eine Tür aus trockenem Holz. Ich freute mich und langte kräftig zu. Hinter dieser Tür befand sich eine kleine Wendeltreppe. Ich schaute zurück. Hinter mir war die ganze Treppe rot vor Glut. Ich lächelte. Das war mein größtes Werk, das ich je vollbracht hatte! Jetzt schaute ich aus dem Fenster. Unter mir auf dem Schlosshof liefen panisch die Bediensteten herum. Als kleinen Gruß ließ ich ein paar Funken aus dem Fenster regnen. Nun war ich am Ende der Treppe angekommen. Hier wehte ein kühler Luftzug! Brrrr! Eilig kroch ich weiter. Endlich war ich an dem Luftzug vorbei. Vor mir stand eine morsche Holztür. Delikat! Genüsslich ließ ich sie mir auf der Zunge zergehen und durchsuchte das Zimmer, welches hinter der Tür lag. Es war ein Nähzimmer. Fröhlich schlug ich mir den Bauch mit dem Stoff voll. Da fiel mir auf, dass in der Ecke des Zimmers eine alte Frau saß. Plötzlich schickte sie mir einen Fluch, doch ich verschlang ihn sofort. Mhmmmm, er war noch heiß! Als ich die alte Frau in meiner Gewalt zu haben glaubte, schaffte sie es, einen weiteren Fluch auf mich zu werfen in dem Augenblick, da ich ihr den Rücken zuwendete. Ich stöhnte vor Schmerz und merkte, wie mir die Macht entzogen wurde. Alles wurde immer kleiner....... Da wachte das Feuer auf und war einerseits froh, dass das nur ein Traum war, andererseits ärgerte es sich auch, weil es so viel Macht verloren hatte. Seufzend dachte das Feuer: „Na ja, ich muss mich wohl mit meinem alten Ofen zufrieden geben“, rollte sich zusammen und schlief ein.
Julia Fleischer (Klasse 5b)










