Rede anlässlich der feierlichen Verleihung des „Ehren-Reifezeugnises“ an den langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn Robert Künzel:
Sehr geehrter Herr Künzel, lieber Robert!
Vor neun Jahren habe ich – erfreulicherweise erfolgreich – versucht, dich dazu zu bewegen, noch einmal – trotz gereifteren Alters - die Schulbank zu drücken.
Damals war die Schule auf intensiver Suche nach einem neuen Fördervereinsvorstand, und ich war, sozusagen als „headhunter“, dir auf den Spuren, weil ich dich damals in der Klasse, die ich leitete, als freundlichen, unternehmungslustigen und effektiven Pflegschafts-vorsitzenden kennen gelernt hatte.
Dass wir dich direkt zum Vereinsvorsitzenden küren wollten, habe ich wohlweislich zunächst nicht verraten; aber es ist dann zum Wohl der Schule alles planmäßig verlaufen.
Lieber Robert, du hast Glück gehabt: Du durftest noch uneingeschränkt – und das zum zweiten Mal – 9 Jahre Gymnasialzeit absolvieren; du bist also nicht G-8 geschädigt. Du konntest dich ohne zeitlichen Druck in verschiedene schulische Themen einarbeiten: So z.B. in die Cafeteriologie, also die Lehre von der Cafeteria und von gesundem Frühstück; in die schulische Eventologie, das ist die Lehre von der Planung und Durchführung von Patrozinien, Schulbällen, Neujahrsempfängen, Sponsorenläufen und sonstigen schulischen Großveranstaltungen.
Genannt sei auch deine Einarbeitung in historische Studien, insbesondere in die gymnasiale Ahnenforschung (Stichwort: Ehemaligenbetreuung) oder auch deine völkerkundlichen Bestrebungen im Rahmen der „Armeniologie“, ganz zu schweigen davon, dass du mit deinen Informatikstudien die multimediale Aufrüstung und Vernetzung vorangetrieben hast.
Lieber Robert, in deiner 1. Schulzeit hast du (vermutlich) einen wesentlichen Bewertungsbereich heutiger Zeugnisses nicht erfahren dürfen, nämlich die Kopfnoten, und vermutlich leidest du nach wie vor unter diesem Manko.
So sei also die Kopfnotenbewertung nach deiner 2. Gymnasialzeit nachgeholt. Vielleicht kannst du die folgende Benotung bei weiteren Karriereambitionen erfolgreich einsetzen:
- Leistungsbereitschaft: uneingeschränkt positiv – der kleine Schwachpunkt in Form eines leichten Zögerns von ca. 3 Sekunden, als dir vor 9 Jahren die Führung des Fördervereins angedient wurde, soll hier unbeachtet bleiben.
- Zuverlässigkeit und Sorgfalt: makellos. Die Makellosigkeit im Bereich dieser beiden Tugenden lässt auf einen ähnlich orientierten, solide strukturierten familiären Hintergrund schließen.
- Sozialverhalten: einwandfrei. Als vereinzeltes Beweisbeispiel mag hier genügen, dass Herr Künzel beim Ausklang von Patroziniumsfeiern durch sein konsequentes Ausharren in Kölschtrinkerrunden uneingeschränkt sozialintegrativ gewirkt hat.
Lieber Robert, aus all diesen Gründen hat der alte Vereinsvorstand beschlossen, dir in Würdigung deiner 2. erfolgreichen Schullaufbahn das Ehrenreifezeugnis zuzuerkennen. Ich gratuliere herzlich und darf zum Abschluss dieser Ehrung jetzt Frau Brüßel, die Nachfolgerin in deinem Amte, bitten, das Zeugnis zu verlesen und zusammen mit einem Geschenk auszuhändigen.
Herzlichen Glückwunsch!
Text: Dr. Rolf Lenzen, ehemaliger stv. Schulleiter des KFG und 2. Vorsitzender des Fördervereins












