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Ein Werdegang im Dienste der Menschlichkeit

Für uns begann das Abenteuer im Frühjahr 2006. Viele motivierte Schüler, hauptsächlich 8-Klässler wie wir damals, jedoch auch einige 9er und 10er, begannen ihre Ausbildung zum Schulsanitäter. Dort wurden wir in einer Woche und vielen weiteren Wochenenden Stück für Stück auf den Sanidienst vorbereitet, damit wir schlussendlich auf die Schüler- und Lehrerschaft losgelassen werden konnten. Anfang April 2006 war es dann soweit, Frau Schüller hatte uns mit Hilfe einiger damals aktiver Sanitäter um Moritz Elschner, Christian Röhrig, Christina Rösel und Julia Steen-Hansen ein gutes Startkapital an nützlichem Wissen vermittelt, welches wir in den drei Prüfungen (schriftlich, praktisch und mündlich) unter Beweis stellen konnten.

Doch Wissen alleine macht noch keinen guten Schulsanitäter aus, uns fehlte schlichtweg die Erfahrung. Schnell mussten wir feststellen, dass nicht alle Patienten nach dem Lehrbuch stürzen, Verletzungen nicht auf Anhieb von uns erkannt werden konnten und die Vielfalt an Fällen aus der Ausbildung vom Schulalltag noch übertroffen wurde. Trotzdem, die Prüfung war bestanden, und wir wurden in den Dienstplan mit aufgenommen, denn wo sammelt man besser Erfahrung, als im wahren Leben, mit erfahrenen Sanis an der Seite, die auf langjährige Arbeit zurückblicken konnten. Schnell lernten wir dazu, konnten vielen Patienten eigenständig helfen.

Dass wir auch für Extremsituationen ausgebildet wurden, durften beziehungsweise mussten einige von uns recht bald unter Beweis stellen. Nach den Sommerferien, zu Beginn des Schuljahres 2006/07 fuhren wir zum damals zweiten Bonner Schulsanitag zur Realschule Medinghoven. Wir traten mit zwei Gruppen an. Eine erfahrene Gruppe mit „Alt-Sanis“ und einer Hand voll neuen, die es sich nicht nehmen ließ, den ersten Platz des Vorjahres zu verteidigen, und eine Gruppe mit frisch gebackenen Sanis, die sich gut behaupten konnte und mit dem dritten Platz eine mehr als zufriedenstellende Leistung darbot. So gestärkt konnten wir zum Alltag an unsere Schule zurückkehren. Unser Dienst wurde langsam zur Routine und bald gaben wir uns nicht mehr mit dem ersten Platz der Bonner Schulsanitätsdienste zufrieden. Zwar nahmen wir weiterhin teil und konnten auch häufig vordere Ränge belegen, doch unsere Kräfte konzentrierten wir nun auf überregionale Ebene. So fuhren wir 2009 nach Willich bei Düsseldorf und belegten dort, wie im Jahrbuch 2010 berichtet, den ersten Platz in der Konkurrenz mit anderen Schulsanitätsdiensten des Landesverbandes Nordrhein.

Nach nun sechs Jahren Schulsanitätsdienst, davon einigen als Koordinator, lässt sich auf einen gut aufgestellten und hervorragenden Schulsanitätsdienst zurück blicken! In dieser Zeit hat sich einiges getan. Der Saniraum wurde im Jahre 2008 erstmals umgestaltet, aber auch die Ausrüstung wurde erweitert. So konnte der Schulsanitätsdienst im Laufe dieser Jahre einen AED, einen Automatischen Externen Defibrillator, sein eigen nennen. Ein Großteil des Lehrerkollegiums und alle Schulsanitäter sind auf diesem Gerät geschult worden und können so im Notfall wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und Menschenleben retten. Zum Glück ist dieser AED bis heute nur zu Ausbildungszwecken genutzt worden; jedoch ist es ein gutes Gefühl, ihn im Ernstfall dabei zu haben.

Desweiteren werden sich einige der älteren Schüler noch an die Durchsagen erinnern, die in unregelmäßigen Abständen den Unterricht durchbrachen: „Bitte jemand vom Schulsanitätsdienst zum Sekretariat!“ So oder so ähnlich wurden wir früher häufig aus dem Unterricht gerufen. Dass diese Meldung nicht mehr erklingt, hat keineswegs mit einem Rückgang der Einsatzzahlen zu tun. Bei über 1000 Schülern sind Verletzungen nicht auszuschließen. Es ist lediglich ein Zeugnis dafür, dass auch der Schulsanitätsdienst mit der Zeit geht. Die Alarmierung erfolgt nun über so genannte Pager. Der restliche Unterricht wird nicht mehr gestört, lediglich die fünf Sanitäter, welche die Pager bei sich tragen, werden vom Sekretariat informiert und nur sie (und deren Kurs notgedrungen auch) bekommen von den notwendigen Hilfseinsätzen für andere Mitschüler etwas mit. Ebenso wie der AED wurden auch die Pager vom Förderverein finanziert. An dieser Stelle nochmals eine herzliches „Dankeschön!“.

Aber die beste Alarmierung allein hilft nicht, wenn den geschulten Sanitätern kein Material zur Verfügung steht. Für unsere Einsätze im und um das Schulgebäude, auf dem Sportgelände oder für die vielen Veranstaltungen in der Aula, bei den Sportfesten, dem Minimarathon oder bei der nun schon traditionellen Wallfahrt der 5er wurde – ebenfalls mit Hilfe des Fördervereins – ein neuer Rucksack angeschafft. So kann nun das benötigte Equipment komfortabel transportiert werden. Alles für den Notfall erforderliche Material ist so schnell und kompakt am Einsatzort, sodass dort adäquate Hilfe durch den Schulsanitätsdienst geleistet werden kann.

Nach sechs Jahren setzt das Abitur dieser Arbeit an der Schule, für die Schule ein Ende. In der Zwischenzeit wurden wieder neue Schulsanitäter ausgebildet und auch jetzt beginnt pünktlich zum Ende der Ära der 16 Sanitäterinnen und Sanitäter der Stufe 13 die Ausbildung von 24 motivierten Schülerinnen und Schülern, die bald in unsere Fußstapfen treten wollen, um auch weiterhin einen sicheren Schulalltag zu gewährleisten. Nachdem Anna Vollberg und ich nun unser Amt als Koordinator an Joana Burhorn und Christian Weinspach abgegeben haben und diese beiden jetzt Jan Feder unterstützen, ließen wir es uns nicht nehmen, noch letzte Änderungen im Saniraum vorzunehmen. Die alte Pinnwand wurde durch zwei neue, farblich zur Wand passende Magnetwände ersetzt. Durch eine Anzahl kleiner Bilder soll der Saniraum noch etwas gemütlicher wirken (auch wenn das nicht zum Aufenthalt der Schüler im Saniraum aufrufen soll! Wir sind immer froh, wenn es den Schülern gut geht und möglichst wenige unsere Hilfe beanspruchen müssen). Außerdem erfüllt nun eine große Uhr an der Wand ihren Zweck.

Abschließend kann ich sagen, dass ich auf eine tolle Zeit zurückblicken kann. Die Zeit im Schulsanitätsdienst war eine gute Erfahrung, für jeden einzelnen von uns. An dieser Schule hätte ich mich getrost verletzten können, bei den Schulsanitätern fühle ich mich gut aufgehoben!

Pascal Assenmacher, Abiturient 2011