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Sanis am KFG - ein Leben in ständiger Konfrontation mit Leid und Tod (oder Schmerz und Leid)

Nach fünf Jahren als aktive Schulsanitäter wollen wir, die wir ja nun Abitur machen, einmal auf die Zeit als Sanis zurückblicken.

Es begann an einem sonnigen Frühlingstag Anno Domini 2003. Die Projekttage standen an und ein Projekt musste ausgesucht werden. Für uns fiel die Entscheidung nicht schwer, denn schon seit längerem hatten wir Frau Schüller genötigt, uns in den Sanitätsdienst aufzunehmen. Als es dann endlich soweit war und die Wahl ausgewertet wurde, wussten wir, was auf uns zukam: Nicht nur eine Woche hartes Lernen und Trainieren, sondern darüber hinaus noch mehrere Wochenenden mit Trainingsstunden. Nach intensivstem Training und einer theoretischen und praktischen Prüfung, welche den Schwierigkeitsgrad einer Abiturprüfung weit in den Schatten stellt (Multiple-Choice Test :-)), durften wir uns mit den anderen 13 neu ausgebildeten Sanis freuen, denn wir alle hatten die Prüfung bestanden.

Kurz darauf wurden wir von unseren Lorbeeren herab auf den Boden der Tatsachen geholt, denn ab jetzt ging es in den alltäglichen Dienst. Mancher mag vielleicht denken, dass ein Sani jeden Tag circa fünf Schülern das Leben retten und drei Schwerverletzte versorgen muss, aber ganz so schlimm ging es bei uns nicht zu. Jedoch heißt das nicht, dass die Nächstenliebe auf unserer katholischen Schule so groß ist, dass es nie Verletzte gab! Für uns Sanis standen also Fälle wie Schürf-, Platz- und Schnittwunden, Prellungen, Verstauchungen sowie Übelkeit und Bauchschmerzen, die manchmal mit akuter Bocklosigkeit gekoppelt vorkamen, auf der Tagesordnung. Natürlich gab es auch schwerere Fälle, bei denen ein Rettungswagen gerufen werden musste, glücklicherweise geschah dies nicht so oft.

Ein guter Sanitätsdienst will natürlich auch gut gemanagt werden. Dafür standen uns jederzeit sowohl unsere Leiterin Frau Schüller und unsere stellvertretende Leiterin Frau Dreiner als auch drei erfahrene Sanis als Koordinatoren für Fragen zur Verfügung. Da auch die anderen Sanis irgendwann Abi machten, wechselte jedes Schuljahr ein Teil des Koordinatorenteams. Vor zwei Jahren dann zählten wir zu den Großen und Kristina und Christian wurden als Koordinatoren gewählt.

Als wir vor fünf Jahren in den Sanidienst kamen, zählte dieser circa 20 Mitglieder. In einer so kleinen Gruppe war der Zusammenhalt natürlich sehr groß. Allerdings schrumpfte diese Truppe auch mit der Zeit, da einige (die wenigsten) keine Lust mehr hatten und andere (eine weitaus größere Zahl) die Schule nach dem Abitur verließen. Bevor aber 2006 eine große Nachwuchswelle auf den Sanidienst zurollte, erlebten nicht nur wir, sondern auch andere Bonner Schulsanitätsdienste im Jahr 2005 eine kleine Besonderheit: Den 1. Bonner Schulsanitag. Zu diesem traten wir mit acht Sanitätern an – und machten überraschend den 1. Platz. Da unser Sanitätsdienst zu diesem Zeitpunkt aber schon auf 15 Sanis geschrumpft war, wurde es wirklich Zeit für uns neue Sanis auszubilden. So halfen wir „Altsanis“ – wie wir von da an gerne genannt wurden – Frau Schüller und Frau Dreiner tatkräftig bei der Ausbildung der „Neuen“ mit. Obwohl die Ausbildung zum Sanitäter nicht mehr wie bei uns in den Projekttagen stattfinden konnte, da es diese nicht mehr gab, sondern stattdessen an mehreren schulfreien Wochenenden vollzogen wurde, meldeten sich fast 50 SchülerInnen zur Ausbildung an. Fast alle Anwärter bestanden die Ausbildung und der Sanitätsdienst wuchs (zumindest für ein Schuljahr) auf über 50 Mitglieder. Nun war es – auch für „alte“ Sanis – nicht mehr nötig, viele Pausen im Saniraum zu verbringen, was einige entspannend und andere schade fanden. Natürlich schauten wir Altsanis den Neuen beim alltäglichen Dienst hin und wieder über die Schulter, so wie es auch die Älteren bei uns getan hatten. Im Jahr 2006 kurz nach der Ausbildung durften schon einige Neue ihr Können beim regionalen Schulsanitag an der Realschule Medinghoven unter Beweis stellen. Während sie mit einer Gruppe erfreulicherweise den 3. Platz belegten, verteidigten wir Altsanis mit unserem Kompetenzteam auf dem 2. Bonner Schulsanitag erfolgreich den 1. Platz.

Nachdem wir zwei Jahre in Folge die Schulsanitage gewonnen hatten, haben wir uns natürlich nicht ungeschlagen zur Ruhe gesetzt, sondern mit viel Freude und Engagement den 3. Bonner Schulsanitag am KFG ausgerichtet (Zitat Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann: „Was im Rheinland zum dritten Mal geschieht, wird Tradition! [...] Ein besonderes Dankeschön gilt natürlich den Gastgebern: Das Team des Kardinal-Frings-Gymasiums unter Leitung von Annette Schüller hat weder Zeit noch Mühe gescheut, um ein ebenso anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Programm zu gestalten.“). Mit seinem vielfältigen Mitmachprogramm, der umwerfenden Teilnahme von diversen Rettungsorganisationen (DRK, MHD, DLRG, Polizei, Feuerwehr, Bundesgrenzschutz) und der spektakulären Landung eines Rettungshubschraubers stellte dieser 3. Schulsanitag nicht nur für uns, sondern auch für viele andere Sanis einen Höhepunkt dar.

Als Abschiedsgeschenk an Frau Schüller und den Sanitätsdienst investierte ein Teil der Abiturienten mit ehrenamtlicher Hilfe von Obersani Moritz Elschner viel Zeit, um den Sanitätsraum gründlich zu renovieren, die Wände zu streichen und ein neues Regal zu entwerfen und zu bauen. Durch tatkräftige Mithilfe unseres Schulleiters Karl-Ludwig Wimberger erhielt der Raum auch den notwendigen neuen Boden; denn Teppichboden und Sanitätsraum passen aus hygienischen Gründen nicht zusammen.

Durch die Arbeit im Schulsanitätsdienst festigte sich bei vielen der jetzigen Abiturienten der Wunsch, sich auch nach dem Abitur im medizinischen Bereich zu engagieren. Auch wird es einige geben, die dem Schulsanitätsdienst noch Jahre nach dem Abitur treu bleiben und gerne ehrenamtlich bei Veranstaltungen wie z.B. dem Minimarathon helfen.

Abschließend können wir sagen, dass die Zeit im Schulsanitätsdienst für jeden von uns eine positive Erfahrung war, an die sich jeder später gerne erinnert.

Matthias Alexa und Christian Röhrig (Abiturienten 2008)