Fachbereiche » Deutsch » Schülerarbeiten » Fünf Schülerreporter der Klasse 8a erkunden das Weltall

Sternstunden - Schülerreporter aus der Klasse 8a erkunden das Weltall

„Klasse unterwegs …. zum Gasometer in Oberhausen“ -  im Rahmen dieses Projektes der Deutschen Bahn AG besuchten zwei Schülerinnen und drei Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums zusammen mit ihrem Deutschlehrer die Sonderausstellung „Sternstunden“ im Gasometer in Oberhausen. Dort wurden sie vom Pressesprecher des Museums, Thomas Machoczek, persönlich begrüßt. Nacheiner spannenden Führung durch die Ausstellung durften sie sogar - wie journalistische Profis -Fragen in einer Pressekonferenz stellen. Wer wissen will, was Strukturwandel ist, wie interessant Industriegeschichte sein kann, oder wer über die Sterne und Planeten in unserer Galaxie mehr erfahren will, der lese den ausführlichen Bericht der jungen Reporter

Einmal hinter den Mond geschaut

Fünf Schülerreporter besichtigen im Rahmen des Projekts „Klasse unterwegs“ der Deutsche Bahn AG die Ausstellung „Sternstunden“ im Gasometer Oberhausen und berichten von ihren Ein- und Ausblicken ins Weltall

Raus aus dem Klassenzimmer und rein in das Sternenabenteuer! - So lautete das Motto unserer Exkursion am 29. September 2010. Zwei Schülerinnen und drei Schüler aus der Klasse 8a des Kardinal-Frings-Gymnasiums in Bonn-Beuel machten sich als Schülerreporter zusammen mit ihrem Deutschlehrer auf den Weg nach Oberhausen, wo ein Besuch der Sonderausstellung „Sternstunden“ und eine Führung durch den Gasometer anstanden.

Die Aktion begann damit, dass unser Deutschlehrer, Herr Schmitt, zu Schuljahresbeginndie Klasse fragte, ob jemand Lust hätte, eine Exkursion nach Oberhausen mit der Deutschen Bahn AG zu unternehmen. Er traf dabei auf reges Interesse bei den Schülern. Da jedoch nur fünf Schüler mitkommen durften, wurden diese anhand ihrer bisherigen Schreibleistungen mit Bedacht ausgesucht.

Ende September war es dann soweit. Nachdem wir uns am Hauptbahnhof in Bonn mit unserem Lehrer getroffen hatten, ging die Reise los. Zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG erwarteten uns und noch eine weitere Vertreterin in Oberhausen selbst. Von Bonn aus fuhr noch eine weitere Gruppe von einer Realschule mit. Unterwegs stiegen dann noch Schülerredakteure von anderen Schulen aus Köln und Leverkusen zu. Insgesamt waren wir eine Gruppe von etwa 25 Schülern.

Während der Fahrt hatten wir sehr viel Spaß. Unser Deutschlehrer fragte uns Gedichte ab, die wir in den Wochen zuvor gelernt hatten, und bereitete uns auf die bevorstehende Klassenarbeit in der gleichen Woche vor. Durch reichlich Unterhaltung wurde die Fahrt gar nicht so lang. Vom Hauptbahnhof in Oberhausen nahmen wir einen Bus zur Neuen Mitte undnach einem kurzen Fußweg standen wir vor dem riesigen Gebäude des Gasometers.

Im Gasometer empfing uns gegen 10.50 Uhr der Pressesprecher des Museums. Er informierte uns über die Historie des Gasometers und des Ruhrgebietes. Der 347.000 Kubikmeter fassende Gasspeicher, der 1929 eröffnet wurde, sei der größte seiner Art in ganz Europa. Der Speicher war früher komplett mit Gas, das bei der Verhüttung von Stahl entstand, gefüllt und stand durch eine oben aufliegende Betondecke unter Druck, so dass man das Gas durch Ventile abzapfen konnte. Das Gas kam aus den Fabriken, die rund um den Speicher standen, wurde dort gesammelt und dann von der Heizindustrie als Heizmittel weiterverwendet. Nach dem Strukturwandel im Ruhrgebiet, als die Arbeitsplätze von 500.000 auf 200.000 sanken, wurde der Gasometer nicht mehr gebraucht. Nachdem die Idee, den Gasspeicher abzureißen, durch Bürger verhindert wurde, wurde er 1992 mit Hilfe von Landesgeldern als Museum wieder eröffnet. Mit einer zuerst kleinen Ausstellung zum Leben im Ruhrpott wurden damals 500.000 Besucher angezogen. Aus Anlass der derzeitigen Ausstellung zum Sternensystem, die seit April und noch bis Dezember 2010 zu sehen ist, kamen bislang schon 800.000 Besucher. Die Resonanz reiche sogar bis nach Japan.

Nach dieser ersten halbstündigen Einführung zum Ort der Industriekultur gab es dann eine Führung von Seiten eines Sternenkundigen durch die aktuelle Ausstellung. Auf einer ungeheuer großen Fläche werden zu den einzelnen Planeten unseres Sternensystems Fotos und Einzelansichten sowie Modelle gezeigt. Außerdem wird die Milchstraße insgesamt, andere Galaxien und die Entstehung bzw. das Verglühen von Sternen thematisiert. So erfuhren wir zum Beispiel, dass das Licht der Sonne 8,5 Minuten braucht, um auf der Erde anzukommen. Das bedeutet, dass wir, wenn wir in die Sonne schauen, immer in die Vergangenheit blicken.

Am Ende der Führung gingen wir ein „Stockwerk“ höher, also auf den mittlerweile fest justierten Deckel, um dort ein riesige Nachbildung unseres Mondes zu betrachten, die mit einem Durchmesser von 25 Metern frei im Raum schwebt. Das Modell wurde aus einem Stoff angefertigt, aus dem auch Heißluftballons hergestellt werden. Innerhalb von zwölf Minuten wechselt die Beleuchtung von Neu- zum Vollmond. Man konnte dort auch einmal um den Mond herumlaufen, um sich dessen Rückseite anzuschauen, die man vonder Erde aus nie zu sehen bekommt, da er sich immer gleichzeitig um seine eigene Achse und um die Erde dreht. Außerdem sind auf dieser Ebene historische und moderne Instrumente der Weltraumforschung ausgestellt wie zum Beispiel die Originalkamera, die mit auf dem Mond war, um mit Fotos die erste Mondlandung zu dokumentieren.

Danach fuhren wir mit einem Fahrstuhl hundert Meter höher auf das Dach des Gasometers. Da wir an diesem Ausflugstag herrliches Herbstwetter hatten, konnten wir von dort oben weit ins Ruhrgebiet blicken und viele Großstädte erkennen. Zum Beispiel konnten wir klar die Schalke-Arena und ein Hochhaus in Essen ausfindig machen. Auf dem Gelände um den Gasometer sahen wir noch letzte Überbleibsel der Industriegeschichte wie einen Wasserturm und einen Graben. Ein weiterer, kleinerer Gasometer wurde hingegen abgerissen. Daneben standen früher zwei Eisenhütten, die zusammen ca. eine Million Arbeitsplätze boten. Zwischen diesen Erzminen, Eisenhütten und Gastanks standen auch noch, so konnte man einer historischen Großaufnahme entnehmen, vereinzelt bewohnte Häuser und Hütten, - also mitten im Industriegebiet. Nachdem fast alles, was das Ruhrgebiet als Standort der Schwerindustrie ausgemacht hat, entfernt worden ist, gibt es in Oberhausens Neuer Mitte eine Shopping Mall, eine Konzerthalle und einen großen Freizeitpark sowie einen neuen Bahnhof.

Am Ende unseres Programms waren wir noch zu einer Pressekonferenz mit dem Museumssprecher und einem Ausstellungsbetreuer eingeladen, die extra für uns in einem Teil des Gasometers veranstaltet wurde. Aufgrund der langen und ausführlichen Führung konnte diese recht kurz ausfallen, da die meisten Fragen schon am Vormittag geklärt worden waren. Welche Ausstellung die Besucher im nächsten Jahr erwartet, durfte man uns noch nicht verraten. Der Titel wird erst in ein paar Wochen auf einer anderen, offiziellen Pressekonferenz von den Veranstaltern bekannt gegeben. Durch den enormen Halleffekt in diesem riesigen Raum konnten wir allerdings nicht alle Fragen verstehen, die die anderen Schüler stellten. Unser Tipp ist, dass die Mikrophone bei solch einer Veranstaltung besser eingestellt werden sollten.

Nach gut drei Stunden Aufenthalt und einem spendierten Mittagsimbiss im Gasometer traten wir die Rückreise an. Diese verlief wie die Hinreise, nur in umgekehrter Reihenfolge. Während der Rückfahrt spielten wir wieder ausgiebig das Spiel “Wahrheit oder Pflicht“ und vergnügten uns auf diese Weise. Am Ende des Ausflugs verabschiedeten wir uns alle voneinander und verabredeten, wer welchen Teil für den Bericht übernehmen sollte, für den wir unterwegs und in der Ausstellung ausführlich Notizen gemacht hatten. Wir können unseren Mitschülern auf jeden Fall sagen, dass dies eine informative und interessante Fahrt war, und bedanken uns hiermit noch einmal bei der Deutschen Bahn AG und ihren beauftragten Mitarbeitern, die uns diese lehrreiche Exkursion ermöglicht haben.

Antonia Peiler, Carina Senel, Michael Kern, Laurenz Klippel und Tim Schweitzer (Klasse 8a)