Hightech aus dem Nanokosmos
Wissenschaftler stoßen heute nicht nur in die großen Weiten des Weltalls, sondern auch in kleinste Dimensionen vor – in eine unvorstellbare, winzige Welt. Wir, der Chemie-LK nebst meiner, sind am 8. Februar, einem Montag, früh morgens um Acht (nach der Superbowl-Nacht) in den Nanokosmos gereist.
50.000mal kleiner als die Dicke eines Haares ist ein Nanometer (nm). Ein Nanometer ist der milliardste Teil von Irgendetwas. Wäre dieses Irgendetwas der Erdball, dann wäre ein Nanometer so groß wie ein 1 Cent-Stück. Nur modernste Mikroskope können diese Welt sichtbar machen und ihre Geheimnisse entlocken. Eine seiner Besonderheiten: Materialien mit Strukturen kleiner als 100 nm besitzen oft völlig neue physikalische, chemische und biologische Eigenschaften: Farben tropfen nicht mehr, kleinste Teilchen zersetzen umweltschädliche Stoffe, Oberflächen werden selbstreinigend. Diese Eigenschaften macht die Nanotechnologie für fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens nutzbar: So lässt sich beispielsweise ein Ferrofluid in eine Tumorzelle injizieren. Durch den schnellen Wechsel eines Magnetfeldes erzeugen die sich ständig neu im Magnetfeld ausrichtenden nanoskaligen Eisenteilchen so viel Reibung, dass durch die Wärme die Tumorzelle künstlich fiebert und stirbt.
Im Nano-Truck tauchten wir in die Welt der kleinsten Materiestrukturen ein. Dieser Nanokosmos präsentiert sich praxisnah an elf Themen-Stationen in einem weiten Spektrum unterschiedlicher Anwendungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. In enger Verbindung mit den Lebens- und Arbeitswelten moderner Gesellschaften umfasst das Informationsangebot zahlreiche Verfahrens- und Herstellungsbeispiele, etwa aus den Bereichen Medizin, Energie, Umwelt, Information, Kommunikation, Lichttechnik und Mobilität. Große Plasmabildschirme, Schautafeln und Multimedia-Terminals flankieren die umfangreiche Exponatschau mit über 60, mehrheitlich interaktiven Ausstellungsobjekten. Vom einfachen Funktionsmodell über spezielle Installationen bis zu spannenden Simulationen reicht die Palette der in Kooperation mit Forschungsinstituten, Universitäten und Unternehmen entwickelten Objektpräsentationen. Die Nanotechnologie ist eine der zukunftsträchtigen Wissenschaften und der Nano-Truck immer eine Reise wert!
Thomas Heselhaus











