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Neue Schulsanis zum Einsatz bereit

Die neuen Schulsanis nach ihrer Ausbildung durch Annette Schüller im März 2009

Jeder kennt ihn, und es war bestimmt auch schon jeder einmal da: na klar, der Sanitätsdienst. Der Sanitätsdienst ist vom KFG gar nicht mehr wegzudenken. Er hilft bei Verletzungen jeder Art. Bei Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Nasenbluten sowie bei Brüchen, Gehirnerschütterungen und Vergiftungen. Ja, die Schulsanitäter sind echt auf alles vorbereitet. Im Notfall kann selbst bei einer Geburt Hilfe geleistet werden. Doch bis man das alles kann, ist es ein langer Weg.

Auch in diesem Jahr durften wieder 35 Schüler der Klassen 8 bis 11 die Sanitäterausbildung absolvieren. Keiner von ihnen wollte mehr tatenlos zusehen, wenn ein Unfall passiert, sondern auf Grundlage einer umfangreichen Ausbildung zukünftig auch fachgerecht handeln.

Ich glaube, viele kennen das Gefühl, in einer Notsituation überfordert zu sein – man möchte helfen, weiß aber nicht wie. Manchmal kann man sein Glück versuchen und vielleicht macht man auch das Richtige, doch gerade wenn es um die Gesundheit geht, sollte man sich nicht darauf verlassen. Bei einer Umfrage kam heraus, dass die wenigsten Jugendlichen und Erwachsenen wissen, wie die stabile Seitenlage funktioniert, oder so unsicher sind, dass sie sich nicht trauen diese anzuwenden. Dabei können einfache Erstversorgungen wie die stabile Seitenlage im Notfall Leben retten.

Frau Schüller, unterstützt durch einige “Alt-Sanis“, hat uns Neulingen, die Grundlagen der Ersten Hilfe beigebracht. Der Unterricht umfasste neben einem theoretischen Teil auch viele praktische Übungen, bei denen wir die Möglichkeit hatten, das neu Gelernte auszuprobieren. Das war oftmals sehr lustig, z.B. die ersten Versuche, die bereits erwähnte stabile Seitenlage richtig hinzubekommen. Großer Wert wurde auch auf Teamarbeit gelegt. In Gruppen verschiedenster Zusammensetzungen mussten wir dann die unterschiedlichsten Verletzungen richtig behandeln. Auf diese Weise haben sich die Teilnehmer, die sich nur vom Sehen kannten, näher kennen gelernt. Ich glaube, dass während unserer Ausbildung aus einem „Haufen von Schülern“ eine richtige Gruppe mit Zusammenhalt entstanden ist.

Während der Ausbildung hat man aber nicht nur spezielle Handgriffe kennen gelernt, um jemanden aus einer Gefahr zur retten, man hat auch gelernt mit den Verletzten zu sprechen und auf ihre Ängste und Gefühle einzugehen. Das ist gar nicht so leicht, denn in so mancher Situation kann ein Witz ganz falsch verstanden werden und den Betroffenen verletzen. Man muss als darauf achten, sehr sachlich zu bleiben, den zu Behandelnden aber trotzdem ablenken. Außerdem ist es schwierig, jede Situation richtig einzuschätzen. Man hat zwar alles Theoretische in seinem Gehirn abgespeichert, doch so, wie es auf dem Papier steht, kommt es im täglichen Leben wohl nur selten vor.

Insgesamt umfasste unsere Ausbildung drei Schultage, an denen wir uns zwischen 7:55 Uhr und 14:15 Uhr getroffen haben, sowie zwei Wochenendveranstaltungen, die jeweils den Freitagnachmittag und den Samstagvormittag einschlossen. Außerdem gab es noch einen Übungssamstag, an dem wir in Zweiergruppen einen Übungsparcours durchlaufen mussten. Zwischendurch wurde man darüber hinaus einmal aus dem Sani-Unterricht herausgeholt, um bei einem nachgespielten Fall spontan das Gelernte anzuwenden. Für die Schüler, die sich immer noch nicht ganz sicher waren, haben die “Alt-Sanis“ an einem Freitag Sonderunterricht erteilt. – Vielen Dank dafür!

Nach all den Übungsstunden war es dann endlich soweit. Das Prüfungswochenede stand bevor. Jeder Schüler hatte sich auf seine Weise vorbereitet und ging mit einem mehr oder weniger guten Gefühl in die Prüfung, die drei Teile umfasste. Beim 1.Teil – der schriftlichen Prüfung – musste man „nur“ die richtigen Lösungen ankreuzen, doch die Aufgabenstellung war häufig sehr verzwickt und man musste genau lesen, um die Fragen richtig beantworten zu können. Nach der schriftlichen folgten ein Tag später die mündliche und eine praktische Prüfung.

Im Unterschied zur schriftlichen und mündlichen Prüfung, bei denen man auf sich allein gestellt war, waren bei der praktischen Prüfung auch Teamgeist und Partnerschaft gefragt. Wir wurden in 2er-, 3er- oder 4er-Gruppen eingeteilt und mussten gemeinsam versuchen, alle möglichen Notfälle zu versorgen, darunter teilweise auch für die Schule nicht ganz alltägliche. Was macht man bei einem Herzinfarkt oder bei einem abgetrennten Finger? Hier waren schnelles Handeln und richtige Entscheidungen gefragt. Erschwert wurde unsere Arbeit wie im richtigen Leben durch teils apathische, teils auch hysterische Verletzte oder deren aufgeregte Freunde oder Verwandte.

Wenn wir auch noch nicht über viel Routine und Erfahrung verfügen, eine solide Grundlage ist erreicht, und wir alle werden im Ernstfall unser Bestes geben. Wir freuen uns schon auf unseren Dienst als neue Schulsanis und ihr euch hoffentlich auch auf eure neuen „Jung-Sanis“.

Jan Feder, Klasse 9c