Notfall auf dem Münsterplatz
11.08.07. 11 Uhr. Münsterplatz. Verkehrssicherheitstag. Geschrei von draußen. Wir stürmen aus unserem Zelt und sehen…überall Blut, Hilferufe, verbeulte Fahrräder, Schmerzensschreie! Wir drängen uns durch die Menschenmenge – und da! Ein lebloses Kind. Eine Schülerin hält ihren Arm fest an sich gedrückt, Blut rinnt über ihren Unterarm. Und schließlich ein Mädchen – gebeugt über ihr Handgelenk. Wir wissen genau, was zu tun ist. Wie in der Ausbildung gelernt, handeln wir ruhig und koordiniert. Während zwei von uns die auf dem Boden liegenden Fahrräder beiseite räumen, prüft der dritte Schulsanitäter die Ansprechbarkeit des Kindes, um zu schauen, ob es bei Bewusstsein ist. Das Kind zeigt keine Reaktion, aber die Vitalfunktionen, also Atmung und Puls, sind vorhanden. Der Sanitäter bringt das Kind in die stabile Seitenlage. Dadurch sind die Atemwege frei, sodass der bewusstlose Patient nicht mehr ersticken kann. Nachdem der Sanitäter diese lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchgeführt hat, verständigt er über „112“ den Notarzt. Währenddessen haben die beiden übrigen Sanitäter die zwei anderen Verletzten versorgt. Der offene Knochenbruch der einen Schülerin wurde stabilisiert und verbunden. Das andere Mädchen hatte sich die Pulsschlagader am Fahrrad aufgerissen, und es blutete stark. Der Sanitäter behandelte sie, indem er die Blutung durch einen Druckverband zu stoppen versuchte. Während wir auf den Notarzt warten, reden wir mit den Patienten und versuchen sie zu beruhigen.
Zum Glück war diese Situation nur gestellt, um den Besuchern des Verkehrssicherheitstages auf dem Bonner Münsterplatz die Arbeit der Schulsanitätsdienste nahe zu bringen. Deswegen haben wir fünf Schulsanitäter vom KFG, Pascal Assenmacher, Freya Federmann, Viviane Richarz, Judith Bergold und Linda Sedki, die Unfallsituation vorbereitet und nachgespielt, ebenso wie Schulsanitäter anderer Schulen: Zwei Schülerinnen sind auf dem Schulweg mit den Fahrrädern gegeneinandergestoßen, und ein Kind ist dazwischen geraten. Alle drei waren stark verletzt und dafür mussten wir die Darsteller natürlich entsprechend schminken, wie wir es vorher beim Schminkkurs am Carl-von- Ossietzky-Gymnasium gelernt hatten. Für alle Beteiligten war es ein spannendes Erlebnis und ein toller Erfolg.
Linda Sedki, Judith Bergold












