Großer Erfolg für KFG-Sanis beim regionalen Schulsanitag in Willich
Samstag, 7.30 Uhr morgens. Dennoch steht vor dem Kardinal-Frings-Gymnasium bereits eine kleine, verschlafene Schülergruppe: Sechs Schulsanitäter und zwei Begleiter starten von hier zum Regionalen Schulsanitätstag in Willich bei Krefeld. Trotz der frühen Stunde haben wir uns gerne aus den Betten gequält, um heute dabei sein zu dürfen. Begleitet werden wir sechs Schulsanis von unserer Lehrerin Frau Schüller, die den Sanitätsdienst an unserer Schule leitet und uns ausgebildet hat, und dem Ex-Schulsani Moritz, der sich zwar bereits vor ein paar Jahren freuen konnte, die Schule abzuschließen, unseren Sanidienst aber so sehr vermisst, dass er gerne mitkommt.
Ganz besonders danken möchten wir Herrn Hildebrand und Herrn Vollberg, die weder Zeit noch Mühe scheuten, um die Sanis, die nicht mehr in den Pkw von Frau Schüller passten, frühmorgens nach Willich zu bringen bzw. abends von dort wieder abzuholen.
Und so machen wir uns zu acht auf den Weg nach Willich, um an diesem Schulsanitätstag nicht nur unsere Kenntnisse und Routine in der Ersten Hilfe unter Beweis zu stellen, sondern auch unsere Begeisterung für diese Tätigkeit und unsere Teamfähigkeit als Sanis untereinander. Natürlich sind wir aufgeregt, auch wenn dies für die meisten von uns nicht der erste Schulsanitätstag ist. Denn bei einem Schulsanitag treffen sich die Sanis aus verschiedenen Schulen und versuchen, in realistisch dargestellten Notfallsituationen bei aller Aufregung und Unsicherheit überlegtes und kompetentes Handeln zu üben und unter Beweis zu stellen und dabei Neues zu lernen, um im Notfall wirklich richtig helfen zu können. Wir messen uns dabei mit den Schulsanis anderer Schulen und wollen natürlich möglichst gut abschneiden.
Dazu müssen meist je zwei Sanis der Gruppe an den einzelnen Stationen in verschiedenen, simulierten Notfallsituationen überlegt und selbstverständlich richtig Erste Hilfe leisten. Dazu gehört nicht nur deren Kenntnis und Anwendung, sondern auch Zusammenarbeit im Team und vor allem kompetentes und beruhigendes Auftreten gegenüber dem Patienten. Diesmal haben die Übungen auch die alteingesessenen Sanis überraschen können: Klassische, tausend Mal geübte Verletzungen wurden zu schwierigen Herausforderungen. So wurde die Behandlung einer stark blutenden Wunde, die in keinem Saniwettbewerb fehlen darf, durch den „betrunkenen/besoffenen“ Zustand der Sanis erschwert. Bei der verzerrten und doppelten Sicht durch spezielle Brillen fiel es den beiden schon schwer, zu dem Patienten zu gelangen, vom anschließenden Finden und Behandeln der Wunde ganz abgesehen. Zusätzlich behinderten zwei Freunde des Patienten die Maßnahmen der beiden Ersthelfer, wie es leider auch in der Realität häufig vorkommt. Ein anderer Fall simulierte eine Situation bei Stromausfall im Keller: Der Hausmeister hat versucht, die Sicherung zu wechseln und ist dabei gestürzt. Aufgabe der Sanis: Kompetentes Auftreten und eine prima Versorgung bei völliger Dunkelheit. Eine weitere Unfalldarstellung fand draußen statt: Unter „normalen“ Sichtverhältnissen sollten wir bei einem Verkehrsunfall Erste Hilfe leisten, an dem wir „zufällig“ vorbeikamen. Mehrere solcher Situationen forderten nicht nur unser routiniertes Wissen, sondern auch einige ersthelferische Kreativität.
Neben der Erstversorgung wurde aber diesmal auch die Teamfähigkeit mit Punkten bewertet. Natürlich war dies auch bei jeder Notfalldarstellung ein Kriterium, es gab aber auch eigens „Spielestationen“, bei denen es auf die Zusammenarbeit der Sanitäter untereinander ankam.
Wir sind in der Hoffnung nach Willich gefahren, nicht ganz mit leeren Händen zurückzukehren. Wir haben uns auf diesen Tag vorbereitet und haben gehofft, irgendwo vorne mitmischen zu können. Ganz chancenlos waren wir nicht, das haben wir zumindest geglaubt. Aber als die Plätze 6 bis 2 schon vergeben waren und wir noch nicht aufgerufen waren, schwebte das Gefühl schon irgendwo zwischen „Was haben wir falsch gemacht, das wir noch hinter Platz 6 liegen?“ und „Haben wir es wirklich geschafft, erster zu werden? Ist auf der letzten noch verbleibenden Urkunde vielleicht unser Foto, unser Namen?“ Doch dann wurden tatsächlich wir aufgerufen. Wir hatten uns gegen 16 andere Gruppen durchgesetzt und gehören somit zu den besten Schulsanitätern aus dem Landesverband Nordrhein!
Das ist ein großer Erfolg für uns. Es ging uns zwar nicht nur um den Sieg, aber wir haben unser Bestes gegeben und wurden nun für unsere weiteren Einsätze bestärkt.
Was unseren Schulsanitätsdienst auszeichnet, ist nicht nur unsere gute Ausbildung in Erster Hilfe bei Frau Schüller, sondern auch unsere tolle Sanigruppe am KFG mit mittlerweile 55 Schülern. Es macht richtig Spaß, mit Euch zusammen zu arbeiten und wir älteren Sanis, die wir nun auch bald die Schule verlassen, werden wie Moritz sicher noch einmal wiederkommen und Euch besuchen. Danke, liebe Frau Schüller, danke, Sanis, Ihr seid toll!
Text: Linda Sedki / Pascal Assenmacher











