Nun schon zum dritten Mal: „Auf Luthers Spuren“ vom 16. bis 19. September 2011
Die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 vom Kardinal-Frings-Gymnasium berichten von Ihren Erlebnissen in Eisleben, Wittenberg und Eisenach
Der erste Tag: Freitag, 16. September
Mit viel Vorfreunde trafen wir - die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 mit unserer Religionslehrerin Frau Bleck - uns am Freitagmorgen um 5:45 Uhr an unserer Schule. Um 6 Uhr sollte es "auf den Spuren Martin Luthers" nach Eisleben, Wittenberg und Eisenach losgehen. Alle Koffer waren eingepackt, alle saßen auf ihren Sitzen im Bus und warteten gespannt auf die Abfahrt.
Doch was war das? Das Licht ging aus und nichts ging mehr. Stromausfall! Der ADAC wurde gerufen. Er stellte fest, dass die Schmelzsicherung des Busses kaputt war. Eine unserer mitfahrenden Erwachsenen fuhr zum Fachhändler in Pützchen und besorgte das Ersatzteil. Nachdem das Ersatzteil eingebaut war, konnten wir mit dreistündiger Verspätung starten.
Unser erster Tageshalt war nach ca. 400 km Eisleben.
Während der Führung durch das Geburtshaus Martin Luthers (*10. November 1483) hatten wir viel Spaß, da wir das Leben von Luthers Familie in historischen Kostümen nachspielten. Zum Schluss dufte sich jeder noch ein Andenken an einer alten Druckerpresse drucken. Danach gingen wir kurz zum Lutherdenkmal am Marktplatz, um ein Gruppenfoto zu machen. Weiter gings und nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel: die Lutherstadt Wittenberg an der Elbe.
Zuerst stellten wir die Koffer in unserem Hotel, der "Cranach-Herberge", dem Wohnhaus von Lucas Cranach dem Älteren ab. Die Cranach-Herberge war zur Zeit der DDR – damals ein Haus mit vielen Wohnungen - dem Verfall preisgegeben. Nach der Wende 1989 wurde das Gebäude mit großem Engagement der Cranach-Stiftung wieder aufgebaut und saniert. Seitdem steht es als Gästehaus allen Besuchern Wittenbergs offen. In den schönen und gemütlichen Zimmern haben wir uns die ganze Zeit sehr wohlgefühlt.
Und dann gingen wir in die Pizzeria "Il Castello" zum Abendessen. Nach einem lustigen und gemütlichen Abend konnten wir nach einem abschließendem Treffen in unserer Küche (mit einigen organisatorischen Aussagen von Frau Bleck) endlich schlafen gehen.
Der zweite Tag: Sonnabend, 17. September
Nach dem leckeren, selbst zubereiteten Frühstück machten wir uns heute auf den Weg, um Luthers ehemaliges Kloster, späteres Wohnhaus und heutiges Luther-Museum zu besichtigen. Von 1510 an bis zu seinem Tod studierte, lebte und lehrte Martin Luther in Wittenberg.
Im Lutherhaus erwarteten uns zwei nette Führerinnen.
Die beiden uns begleitenden Mütter und wir ließen uns viel über Martin Luther, dessen Leben, Arbeit und vor allem dessen Familie erzählen. Frau Bleck sorgte inzwischen mit einem Fahrrad samt Anhänger dafür, dass wir tagsüber und für das folgende Frühstück mit Essen und Trinken versorgt wurden.
Bei der Führung erfuhren wir viele interessante Details, die wir vorher noch nicht wussten.
So erklärte man uns z.B., dass man zu Luthers Zeit für ein Schwein einen Groschen bezahlte; wobei man heute für das gleiche Schwein 400 € zahlen würde.
Auch unterhielten wir uns viel über die Lutherrose (Luthers Wappen), die wir im Anschluss auch aus Ton bastelten. - Danach hatten wir Freizeit.
Kurz darauf empfing uns „Dr. Martinus Luther“ (alias Bernd Naumann) an der sogenannten Thesentür der Schlosskirche. Herr Naumann ist im wirklichen Leben Kirchmeister und Küster der Stadtkirche Wittenberg. Heute zeigte er uns – im Gewand Martin Luthers, dessen Sprache und Ausdrücke und Denkweise inbegriffen - die Stadt zu Zeiten Luthers.
Zunächst betrachteten wir die Thesen. 1517, am 31. Oktober, schlug Luther die 95 Thesen an das damals als „schwarzes Brett“ der Universität benutzte, hölzerne Portal der Schlosskirche. Das war die Geburtsstunde der Reformation, die weltweit Kirche, Staat und Gesellschaft veränderte. Seit dem 10. November 1858 sind diese Thesen in die Bronzetür der Schlosskirche geprägt sind. Die 1. These beginnt mit „Tut Buße…“!
Im weiteren Verlauf der Stadtführung erzählte „Dr. Martinus“ im Cranachhof mit der großen Cranach-Malwerkstatt (dem Hof unseres Hotels, der Cranach-Herberge) von der engen Verbindung Luthers mit dem Maler Lucas Cranach dem Älteren (* 1472 in Kronach, + 1553 in Weimar). Seit 1505 war Cranach der Hofmaler des kursächsischen Fürsten. Durch Cranach den Älteren und seinen Sohn Lucas den Jüngeren (1515 - 1586) sind uns viele bedeutende Bilder Luthers und seiner Zeit überliefert.
Die nächste Station unserer Führung war der Marktplatz mit Luthers und Melanchthons Denkmal. Philipp Melanchthon (1497-1560) war ein wichtiger Mitstreiter Luthers während der Reformation. Er hat u.a. bei der Übersetzung des Alten Testamentes mitgearbeitet.
Am Rathaus erfuhren wir auch, dass es im 16. Jahrhundert schon Katzenklappen gab, da es aufgrund des Getreidevorrates auf dem Dachboden des Rathauses sowohl Ratten als auch Mäuse gab. Und was machten die Leute? Sie schafften sich Katzen an, die dann nachts durch die Klappe rein und raus konnten.
Bevor wir uns von „Dr. Martinus“ verabschiedeten, gingen wir zur Stadtkirche St. Marien. Das schöne dreiteilige Altarbild von 1547 ist ein großes Bild von Lucas Cranach dem Jüngeren. Er malte seine Gedanken - in Anlehnung an Melanchthon und Luther - zur Reformation. Damit machte er am Beispiel von Taufe, Abendmahl und Beichte deutlich, was es eigentlich bedeutet, evangelisch zu sein.
Nach einem Dankeschön und der Verabschiedung von Herrn Naumann genossen wir dann unsere verdiente Freizeit. Zum Abendessen gingen wir wieder in dieselbe uns schon bekannte Pizzeria, in der wir das Abendessen sehr genossen.
Später am Abend war Zimmeraufräumen angesagt. Unsere drei begleitenden Frauen hatten eine „Zimmer-Visitation“ vorgeschlagen. Die Jury, Frau Bleck, Frau Horn und Frau Seifert drückten kein Auge zu. Allerdings waren alle Zimmer in einem sehr ordentlichen und mit viel Phantasie schön gestalteten Zustand! Deshalb bekam unser ganzer Reli-Kurs am nächsten Tag ein Eis spendiert und nach der Rückkehr in Bonn eine Reli-Spielstunde geschenkt.
Der dritte Tag: Sonntag, 18. September
Nach dem wiederum selbstgemachten Frühstück gingen wir alle zum Gottesdienst in die Stadtkirche von Wittenberg. Dort wurden wir sogar vom Pfarrer persönlich begrüßt!
Nach dem Gottesdienst wurden wir alle netterweise von Frau Horn und Frau Seifert, unseren mitreisenden Müttern bzw. den Begleiterinnen von Frau Bleck, zum Eisessen eingeladen. Das war der Preis für den gestrigen Aufräumwettbewerb.
Nach einem Besuch in der Schlosskirche an den Gräbern von Martin Luther (+ 18.2.1546) und von Philipp Melanchthon (+ 19.4.1560), hatten wir erst einmal Freizeit.
Nachmittags erlebten wir eine Führung durch die Häuser des Malers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) am Marktplatz und in der Schlossstr., unserem Hotel. Im Hof der „Cranach-Herberge“ lag auch die große Werkstatt von Lucas Cranach. Seit 1505 arbeitete er in Wittenberg – als Maler, als Drucker, als Apotheker, als Bürgermeister. Wir lernten besonders viel über die geflügelte Schlange, das Wappen von Lucas Cranach.
Wir durften auch selber ausprobieren, wie man zu Luthers Zeiten gedruckt und gestanzt hat. So entstanden in Form von Schlüsselanhängern eigene Souvenirs.
Neben Cranachs ehemaliger Mal-Werkstatt gibt es auch heute noch eine historische Druckerstube. Von Herrn Antelmann bekamen wir viele Informationen über die Bücher und die Druckkunst zu Luthers und Cranachs Zeit. Selber druckten wir dann eine Karte als Andenken an unseren Wittenberg-Besuch. Außerdem suchten wir uns noch ein zweites Motiv zum Drucken aus.
Nach diesem interessanten Nachmittagsprogramm machte sich gegen 17 Uhr eine kleine Gruppe von uns auf den Weg, um die Türme der Stadtkirche zu erklimmen. Herr Naumann, der uns schon bekannte Kirchmeister und Küster der Wittenberger Stadtkirche stieg mit uns 182 Stufen (die Treppe ist schon 400 Jahre alt!) hinauf auf den Südturm. Unterwegs machten wir an dem sehr alten Glockenstuhl Halt. Die drei Glocken haben ein Gewicht von jeweils ca. 360 bis 2800 Kilogramm. Ganz oben gingen wir in luftiger Höhe über eine Brücke zum Nordturm. Dort befindet sich noch heute die Wohnung des Türmers, die bis zum Jahr 1945 von Frau Otto, der Türmerin, bewohnt wurde. Die komplette Einrichtung wurde weitgehend original gelassen. Der gesamte „Warenverkehr“ und die Versorgung der Türmerfamilie musste über eine Seilwinde an dem 65 Meter hohen Turm hochgezogen werden. Auf umgekehrtem Wege wurden die Abfälle und andere Dinge wieder nach unten transportiert. So zum Beispiel auch der Schlüssel für die Eingangstür unten am Turm. Es wäre bei Besuchen ziemlich kräfteaufreibend und umständlich gewesen, die 182 Stufen hinunterzulaufen, um die „Haustür“ zu öffnen. Die Türmerfamilie hatte allerdings immer einen grandiosen Blick über die gesamte Stadt. Im Winter pfiff der Wind um die Türme und es war auch ziemlich kalt dort oben. Die Kinder der Türmerfamilie wohnten zwar mitten in der Stadt – hoch oben –, aber sie hatten schon einen ziemlich stufenreichen Schulweg!
Auch wir genossen die sehr, sehr schöne Aussicht, obwohl dieser Sonntag ein etwas regnerischer Tag war.
Um halb sieben folgte in den historischen Räumen des Cranachhauses am Marktplatz ein Essen bei „Familie Cranach“. Während des Abendessens erzählte uns die „Magd Adelheid“ (sie hatte auch für uns gekocht), wie man zu Zeiten Luthers lebte und aß. Nachdem wir uns ausreichend satt gegessen hatten, gingen wir in unser schönes Hotel, um für die Abreise am folgenden Tag zu packen.
Der vierte Tag: Montag, 19. September
Heute ging es früh los, weil wir auf der Rückfahrt nach Bonn die Wartburg bei Eisenach besichtigen wollten.
Wir frühstückten, packten unsere Koffer in den Bus und fuhren los. In Wittenberg hielten wir, bevor es auf die Autobahn ging, bei der Firma Wikana an, um das leckere Lutherbrot zu kaufen.
Nach unserer Ankunft in Eisenach, hatten wir während der Mittagspause Gelegenheit, rund um den schönen Marktplatz die Stadt zu erkunden. Dort sahen wir auch das Haus der Familie Cotta am Lutherplatz. Martin lebte während seiner Schulzeit (1498-1501) bei ihnen in Eisenach.
Am Nachmittag brachte uns Frau Behrend mit dem Bus den steilen und kurvenreichen Weg hoch zur Wartburg. Bei der Führung durch den Palas, das Hauptgebäude, haben wir erfahren, dass der Reformator 10 Monate (1521/1522) in einem der Nebengebäude der Wartburg lebte. Er übersetzte dort das Neue Testament in 10 Wochen ins Deutsche und schrieb außerdem noch „nebenbei“ 16 Bücher. Wir sahen natürlich auch die Wohn- und Arbeitsstube Luthers, wo er sich mit dem Neuen Testament befasste.
Als wir dann wieder beim Bus waren, bedankte sich Frau Bleck bei unserer Busfahrerin und den weiteren weiblichen erwachsenen Mitreisenden für die super Begleitung.
Jetzt fahren wir nach Hause, sagen selber ganz herzlichen Dank und blicken mit Freude auf die wunderbare Lutherfahrt zurück.
Autoren: Die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 a, b, c und d
<-- Die zweite Reise auf Luthers Spuren - ein Volltreffer!
„Auf Luthers Spuren“ vom 10. bis 13. September 2010
Die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 vom Kardinal-Frings-Gymnasium besuchen Eisleben, Wittenberg und Eisenach
Unsere Reise begann am frühen Morgen des 10. September am Beueler Kardinal-Frings-Gymnasium. In Begleitung unserer Lehrer Frau Bleck und Herrn Huppertz bereisten wir an diesem Tag die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Unser erstes Tagesziel am Mittag war Eisleben. Dort wurden wir durch Luthers Geburtshaus geführt. Unter anderem verkleideten wir uns wie Leute aus der damaligen Zeit, z.B. als Familie Luther, als ein Edelmann, ein Priester, eine Magd usw. Wir kamen auch zu der Erkenntnis, dass das Arbeiten in jener Zeit bedeutend härter war als heute. – Nach dieser aufschlussreichen Führung gingen wir in ein anderes Gebäude des Museums. Dort druckten wir auf einer alten Druckerpresse aus dem 17. Jahrhundert ein Bild von Lucas Cranach dem Älteren, welches Martin Luther darstellt. Dieses Porträt malte Lucas Cranach, um den Bürgern Martin Luther vor Augen zu führen, die bislang nur seine Schriften kannten. – Des weiteren bastelten wir uns Schreibfedern, wie sie zu Luthers Zeiten verwendet wurden. Nachher schrieben wir mit diesen Federn, was ziemlich schwierig war – auch weil wir die alten deutschen Buchstaben benutzten. - Zum Schluss schauten wir noch einen Film über Wittenberg an, wohin wir später unsere Reise fortsetzen sollten.
Am frühen Abend erreichten wir unser Hotel, die „Cranach-Herberge“ in Wittenberg. Das leckere Abendessen im nebenan gelegenen italienischen Restaurant verzehrten wir mit Appetit. Anschließend machten wir noch einen kleinen Erkundungsspaziergang über den Wittenberger Marktplatz und rund um die Stadtkirche St. Marien. Dort sprachen wir ein Abendgebet und begaben uns dann müde in unsere Herberge, ein großes Haus mit Innenhof und Malwerkstatt. Dort hat Lucas Cranach der Ältere im 16. Jahrhundert gewohnt und als Maler gearbeitet.
Am folgenden Tag gingen wir vormittags – nach unserem selbst zubereiteten Frühstück – zum Lutherhaus, dem ehemaligen Wittenberger Augustinerkloster und späteren Wohnhaus Martin Luthers. Dort empfingen uns zwei Museumspädagoginnen. Die erste Gruppe unserer Klasse ging in den Werkraum des Lutherhauses. Dort stellten wir aus Ton eigene Lutherrosen her. Die Lutherrose war das Erkennungszeichen und Siegel Luthers. Sie besteht aus einem roten Herz mit schwarzem Kreuz in der Mitte, einer weißen Rose in blauem Himmelshintergrund, umschlossen von einem goldfarbenen Ring. Bei der Herstellung des tönernen Luthersymbols mussten wir besonders darauf achten, dass die einzelnen Bestandteile zu erkennen waren. Um den sicheren Transport unserer Kunstwerke gewährleisten zu können, bekamen wir einen kleinen Faltkarton, auf dem die Lutherrose farbig abgebildet war. - Anschließend wurde unsere Gruppe durch das Museum geführt. Wir erfuhren sehr viel über Luthers Lebenslauf. Es gab die Gelegenheit, sich einige Räume anzuschauen, an denen seit fast 500 Jahren nichts verändert wurde.
Nachmittags trafen wir uns an der Wittenberger Schlosskirche, wo wir mit „Dr. Martinus Luther“ alias Bernhard Naumann zu einer Stadtführung verabredet waren. Dieser zeigte uns „seine“ Tür mit den 95 Thesen. Diese Tür, ursprünglich aus Holz, fiel vor einigen über zweihundert Jahren einem Brand zum Opfer. Sie wurde dann durch eine Bronzetür ersetzt, in welche die Thesen zur Erinnerung an den 31. Oktober 1517 eingeprägt wurden. „Dr. Luther“ zeigte uns sein Wittenberg mit dem Rathaus und den Cranachhöfen. Dort lebte und wirkte sein Freund Lucas Cranach d. Ä. und nun wohnten wir dort. Wir waren mit Luther auch auf dem, wo gerade ein Kunstprojekt aus 800 kleinen Lutherfiguren zu sehen war. In Anlehnung an das große Wittenberger Lutherdenkmal, das gerade zur Renovierung unterwegs war, entstanden diese kleinen Lutherfiguren und zeigen den Reformator mit der von ihm ins Deutsche übersetzten Bibel.
Schließlich waren wir in der Stadtkirche St. Marien, der Predigtkirche Luthers, wo „Dr. Luther“ uns den großen Reformationsaltar von Lucas Cranach zeigte und erklärte. Der Altar besteht aus vier Teilen: Der linke Flügel zeigt die Taufe eines Kindes durch Philipp Melanchthon, der rechte Flügel zeigt die Beichte und der mittlere Teil des Altars zeigt ein Abendmahlsbild, auf dem auch Martin Luther zu sehen ist. Das untere Altarbild zeigt Martin Luther als Prediger auf der Kanzel mit der Gemeinde, die ihm zuhört. - Zum Abschluss dieses zweiten Tages „auf Luthers Spuren“ trafen wir uns nach dem Abendessen zum Tagesausklang in unserer Küche.
Am Sonntag – so sonnig wie alle Reisetage – machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Abendmahlsgottesdienst in die Predigtkirche Martin Luthers, der Stadtkirche St. Marien. Anschließend hieß es dann Erinnerungsfotos auf dem Wittenberger Marktplatz mit den vielen kleinen Luthers zu machen. Später gingen einige Schülerinnen und Schüler mit unserer Lehrerin in die Schlosskirche, um die Gräber von Martin Luther und Philipp Melanchthon zu besuchen. Danach stiegen wir die fast 300 Stufen auf den Schlosskirchenturm. Die Mühe wurde mit einem wunderschönen Blick auf Wittenberg und die Elbe belohnt. Nach den Besichtigungen erlaubten wir uns erstmal eine Pause. Am Sonntagnachmittag besuchten wir dann die Cranachhöfe in der Schloßstraße und am Markt und lernten viel Interessantes über den Maler Lucas Cranach d.Ä. Er war außerdem Apotheker, mehrfach Bürgermeister von Wittenberg und hatte außerdem eine Druckerei, in der u.a. Luthers Bücher und Schriften gedruckt wurden. In einer historischen Druckerstube durften wir sogar eigene ausgewählte Bilder mit einer alten Druckerpresse fertigen und drucken. In Cranachs großer Malwerkstatt stanzten wir unter Anleitung von Frau Löber, der Chefin der Cranach-Stiftung, einen Schlüsselanhänger aus Leder, auf dem das Markenzeichen Cranachs, die sogenannte Cranach-Schlange zu sehen ist.
Abends hieß es noch einmal Kräfte sammeln, denn es ging zum „Abendessen bei Cranachs“ in ihrem Haus am Marktplatz. Wir setzten uns an eine lange Tafel und wurden von „Adelheid“, der Magd der Familie Cranach mit Gerichten nach Rezepten der damaligen Zeit bewirtet und in die alten Tischmanieren eingeweiht. Zwei von uns spielten die Rollen der Gastgeber Barbara und Lucas Cranach und saßen natürlich am Kopfende der Tafel. Das war eine ziemliche fröhliche Gesellschaft! – Dann ging es zurück in unsere Herberge.
Am letzten Tag „auf Luthers Spuren“ standen wir sehr früh auf, denn schon um 8:30 ging die Reise in Richtung Eisenach los. Nach vier Stunden entspannter Busfahrt und kleinen Pausen kamen wir auf der lang ersehnten Wartburg an. Alle waren gespannt: Was würde uns hinter diesen alten Mauern erwarten? Nachdem wir einen Parkplatz für den Bus unterhalb der Burg gefunden hatten, erklommen wir in zehn Minuten den steilen Aufstieg über die Treppen zur Burg. Unser Führer, der an der Uni in Jena Kunstgeschichte studiert hatte, zeigte uns sodann sein volles Wissen über die vielfältige Geschichte der Wartburg. Viele sehenswerte Räume dieser großen Burg lernten wir kennen. Verblüffend und schön war dann auch der Raum in Erinnerung an die Heilige Elisabeth von Thüringen. Auf Veranlassung des letzten deutschen Kaisers wurde der Raum mit unzähligen und bunten Mosaikbildern gestaltet. Schließlich sahen wir den großen Festsaal im Hauptgebäude der Wartburg: In diesem prächtigen, festlichen Rahmen finden bis heute die offiziellen Abitur-Abschlussfeiern der Eisenacher Abiturienten statt.
Ein besonderer Höhepunkt unseres Wartburg-Besuches war natürlich auch die sogenannte Lutherstube. Dort verbrachte Martin Luther „undercover“ als Junker Jörg seine Zeit auf der Wartburg und war vor den tödlichen Verfolgungen nach dem Reichstag zu Worms geschützt. In den Monaten seines Verstecks (1521/1522) übersetzte er hier das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche und ermöglichte dadurch – und durch die spätere Übersetzung des Alten Testaments -, dass die Menschen die Bibel in ihrer Muttersprache lesen konnten.
Nachdem wir uns selbst noch ein bisschen in der Burg umgesehen hatten, fuhren wir mit dem Bus hinunter nach Eisenach. Eine kleine Pause gab uns dort die Möglichkeit, vor der Heimreise nach Bonn noch ein wenig zu verschnaufen.
Um 21 Uhr kamen wir dann wieder am Kardinal-Frings-Gymnasium in Beuel an – voller Eindrücke und vieler interessanter Erlebnisse „auf den Spuren Martin Luthers“!
Die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 am Kardinal-Frings-Gymnasium, Bonn-Beuel
Spannende Reise auf den Spuren Luthers 2009
Eine eindrucksvolle Reise liegt hinter uns! Vom 28.-31.8.2009 waren wir – die evangelischen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 – unterwegs auf Luthers Spuren. Unter der Leitung von Frau Bleck und Herrn Schmitt ging es nach Eisleben, Wittenberg und nach Eisenach auf die Wartburg: Wir erkundeten die Lebenswelt von Martin Luther und seinem Mitreformator Philipp Melanchthon. Auch ihren Zeitgenossen, den Maler Lucas Cranach den Älteren lernten wir kennen.
Ein ganz besonderer Reisebericht in Versform fasst die vielen schönen Eindrücke unserer gelungenen Fahrt zusammen ...
Ein Bericht in Versen:
Einundzwanzig Schüler und Begleiter
-fünf Mädchen und sechzehn Knaben-
reisten hoffnungsvoll und heiter
wie geplant auf Luthers Spuren.
Viele Kilometer fuhren
sie durch manches Bundesland.
Und dann wurd' es interessant
in der Lutherstadt Eisleben,
wo geboren dieser eben
und gestorben, wie bekannt,
und man beide Häuser fand
mit Museum und Aktionen,
Federkiel und Schreibschablonen.
Was Luther angeht, muss man sagen,
die Schüler waren sehr beschlagen.
Am Nachmittag es weiter ging,
Wittenberg uns gut empfing.
Cranach baute jenes Haus,
wo wir uns endlich ruhten aus.
Das Abendessen im „Castello“
machte alle satt und froh.
Am Morgen gab es „Tischlein deck' dich“,
der Küchendienst, wie freut er sich!
Das Lutherhaus war jetzt Programm,
wo ein jeder zeigen kann,
mit dem Pinsel fein zu malen
seine eignen Initialen
und die Lutherrose kneten.
Dann endlich in die Sonne treten
zur beliebten Mittagspause.
Stadtführung später um fünfzehn Uhr.
Luther selbst führt hier auf eigner Spur
im schwarzen Habit ist der Herr Naumann,
der alles uns erklären kann:
Stadtkirche, Markt und Rathaus
und wo die Katze rein und raus.
Die Universität wird auch beehrt,
wo Luther und Melanchthon einstens gelehrt.
Am Abend bei „Castello“ dann
man fröhlich wieder speisen kann
mit Reden, Lachen und Getöse,
als ob man die Kanonen löse.
Dann ist es Zeit zu Bett, zu Bette:
Es gibt noch manchen Spaß, ich wette!
Am Sonntagmorgen beim Gottesdienst schon
begrüßt man sogar die Schüler aus Bonn.
Danach Bewegung, und im Sturm
erklimmen alle den hohen Schlosskirchenturm.
In vielen Windungen nach rechts und nach links,
den meisten über die Puste ging's.
Und, wo sind sie denn gewesen,
Luthers fünfundneunzig Thesen?
Und, sage mir, wo es denn gab,
das Luther- und Melanchthongrab?
Nach Kirchgang, Predigt, Turmbesteigung
zur Freizeit gehet jetzt die Neigung.
Der Lucas Cranach uns noch fehlt.
Am Nachmittag sind wir bestellt
zu Cranach, der mit Luther lebte
und hoch hinaus als Künstler strebte.
Er malte viel und wurde reich
und hatte dann zwei Häuser gleich:
unsere Herberge, das Haus am Markt vier,
das Letztere besuchten wir:
treppauf, treppab mit alten Decken.
Am Abend konnten wir hier schmecken,
wie bei Luther gekocht und bei Luther gegessen.
Doch vorher ging's noch zu den Cranachpressen:
Druckerpresse, Druckerschwärze
erklärt der Meister und macht Scherze.
Alle bedienten dann selbst die Presse
für einen Abdruck, dass man nicht vergesse
die Zeit um Luther, Cranach und Melanchthon.
Was wusste man vorher vom Buchdruck schon?
Wir alle aber haben nicht vergessen
die Gegenwart mit Schlafen und Essen,
mit Bleck und mit Schmitt, unsere lieben Leiter,
denn ohne diese wir kämen nicht weiter.
Wir wurden geführt, betreut und ernährt,
selten getadelt, in Maßen belehrt.
Man gab uns Zeit zum Toben und Raufen
und Zeit, im Kleinen einzukaufen.
Am Montag keiner in der Schule saß,
dafür man Kilometer fraß.
Die Wartburg grüßt, und - ach wie gut
so ein steiler Aufstieg tut!
Es wieder um Geschichte geht:
Sängerkrieg, Elisabeth,
Richard Wagner und zuletzt
man in die Lutherstube hetzt.
Und........ er ist weg,
der berühmte Tintenfleck!
Nach allem: Luther ist uns teuer!
Jetzt Abschiedsfotos am alten Gemäuer.
Kein Denkmal wurde ausgelassen
für's Gruppenfoto der ganzen Klasse.



























































