Fachbereiche » Sport » Wettbewerbe und sportliche Erfolge

Wettbewerbe und sportliche Erfolge - Schulmannschaften am KFG

In jedem Jahr nehmen die Schulmannschaften des KFG sehr erfolgreich an regionalen Wettkämpfen im Basketball, Fußball, Geräteturnen, Handball und Tennis sowie am RheinEnergieSchulmarathon teil.

Im Folgenden finden Sie die nach Sportarten gegliederte Wettbewerbsübersicht mit Bildern, Urkunden und Berichten. Aus zurückliegenden Jahren sind die Urkunden im Durchgang der Turnhallen ausgestellt. Zudem können Sie sich auf unserer Website über die beiden in jedem Jahr stattfindenen kfg-internen Schulsportfeste informieren.

Auf den Spuren des Pheidippides - Eindrücke eines Marathonläufers in Vancouver

Sonntags in den Ferien, 5:45 Uhr, der Wecker klingelt. Draußen wird es gerade hell, die Stadt scheint noch zu schlafen - und man fragt sich, ob man jetzt tatsächlich aufstehen und freiwillig gut 42 Kilometer laufen möchte. Dann fällt der Blick auf den Stapel der bereits am Vorabend zurechtgelegten Laufkleidung, obenauf die Startnummer, versehen mit dem eigenen Vornamen, und mit einem Schlag ist man hellwach. Ja, man möchte! Monatelang hat man sich auf diesen Tag vorbereitet, und jetzt soll es endlich losgehen! Also ab in die Sportsachen, die Verpflegung für den Lauf verstauen und schnell nach draußen. Auf dem Weg zum Start, hier immerhin etwa zwei Kilometer Fußweg vom Hotel, frieren langsam die Finger ein. So früh am Morgen ist es noch frisch, auch wenn man schon sehen kann, dass es ein sonniger Tag werden wird. Immer mehr Läufern begegnet man und stellt sich im Stillen die Frage, ob die tatsächlich alle genauso verrückt wie man selbst sind? Beim Aufstellen an der Startlinie wechselt man hier und da noch ein Wort mit den Mitstreitern; Läufer sind (meistens) ein freundliches Völkchen. Dann geht alles ganz schnell: Startschuss, beim Überqueren der Startmatte das obligatorische Piepen unzähliger Pulsuhren, die nun von ihren Trägern aktiviert werden, und schon hat man die erste Kurve hinter sich. Nach und nach bilden sich Gruppen und Grüppchen, jeder auf der Suche nach dem besten Rhythmus, der einen die folgenden Stunden durchhalten lässt. Bald passieren die Läufer, in diesem Fall mehrere Tausend, die erste von mehr als einem Dutzend Wasser- und Erste Hilfe-Stationen.

Bei solch einem langen Lauf kommt es nicht nur auf gründliche physische Vorbereitung an, sondern auch auf das "Training im Kopf". Wie stellt man sich auf stundenlanges Laufen ein? Womit beschäftigt man sich während des Laufes, ohne die Nerven zu verlieren bei dem Gedanken: "Oh nein, ich bin bei Kilometer 20 und muss noch mindestens genauso lange laufen, wie ich schon unterwegs bin...?" Die Strategien können hier ganz unterschiedlich sein. Manch einer überprüft jeden Kilometer seine Zwischenzeit und rechnet dann minutenlang im Kopf die aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit pro Kilometer mit zu erwartender Zielzeit aus. Wieder andere konzentrieren sich eine Zeitlang nur auf ihre Atmung, dann auf ihre Körperhaltung, schließlich auf das Aufsetzen der Füße auf dem Boden....Vancouver bietet aber auch die bemerkenswerte Möglichkeit, die Schönheit der Stadt und ihrer Umgebung laufend zu genießen. Wann sonst kann man sie, für den Marathon befreit vom Autoverkehr, ganz in Ruhe und für sich durchqueren? Unterwegs wartet so Vielfältiges wie Chinatown, ursprüngliche Wohngebiete, Alleen blühender Kirschbäume, Ausblicke auf die schneebedeckten Berge ringsum, Stanley Park samt sich sonnender Schildkröten an der Lost Lagoon, Yachthafen, der Strand in Kitsilano....und nicht zuletzt immer wieder enthusiastische Zuschauer, die mit Picknicktischen und Kaffeebechern am Straßenrand stehen und mit Zurufen und nicht selten auch Musik jeden Läufer anfeuern - gern mit Bezugnahme auf die Vornamen, die ja auf jeder Startnummer stehen.

So wird der Marathon zu einer unvergleichlichen Mischung aus Sport- und Volksfest.Bei Kilometer 40, den letzten stärkeren Anstieg gerade überwunden, stellt sich langsam die Erkenntnis ein, dass man diesen Marathon tatsächlich fast "geschafft" hat und es nur noch ein paar Minuten bis ins Ziel sind. Der Rest ist, bei allen Wehwehchen, die sich inzwischen eingeschlichen haben, einfach nur Genießen. Den "Finish"-Bogen vor Augen, jubelnde Zuschauer auf der Zielgeraden, hört man schließlich den eigenen Namen, vom Sprecher an der Ziellinie laut ausgerufen, und weiß erfüllt von Dankbarkeit für diese Möglichkeit: Alle Anstrengung, zahllose Stunden am Rhein und im Siebengebirge bei jedem Wetter, Muskelkater, Intervalltraining, Verzicht auf manch gemütlichen Abend auf der Couch oder das Ausschlafen am Wochenende....all das hat sich gelohnt! Und - man wird es wieder tun, denn dieses Gefühl ist einfach unvergleichlich.

Text: Reiners, Fotos: privat